"Selbstbildnis" 120x30 2011

Dieter Hagen hat sich der Stilllebenmalerei verschrieben, die zu den traditionellen Bildgattungen der Kunstgeschichte gehört. Die Bilder des Rasteders sind  aus Gegenständen des Alltags und Fundstücken komponiert. Motive, die häufig wiederkehren, sind Dosen, Flaschen, Werkzeuge, Seile, Blüten und Früchte, die meist auf Tischen arrangiert sind. Die Hintergründe bleiben  unbestimmt, während sich der Maler ganz auf die Dinge konzentriert und ihre äußere Form und Stofflichkeit mit großer Liebe zum Detail wiedergibt.

Sein besonderes Interesse gilt der Darstellung von reflektierenden Oberflächen, von Schriftzügen und von Anzeichen des Verfalls. Abblätternde Farbe, Druck- und Faulstellen am überreifen  Obst und die abgenutzte Schäbigkeit mancher Objekte sind als moderner Verweis auf die Vergänglichkeit und damit als Anlehnung an die niederländische Tradition zu interpretieren, die im „Neuen Realismus“ ihre Fortsetzung findet. In der Darstellung von Glasgefäßen mit ihren raffinierten Spiegelungen und Lichtbrechungen liegt eine besondere Herausforderung.

 

Dieter Hagen ist ein nüchterner Romantiker, der seine Motive in direkter Anschauung wiedergibt und sie greifbar werden lässt. Häufig nimmt er durch die Wahl seiner Motive symbolisch Bezug auf gesellschaftliche bzw. politische Aspekte. Sein Auftrag der Ölfarbe ist dünn und gleichmäßig, was den Objekten eine zusätzliche Neutralität verleiht.

Dieter Hagen wurde 1951 als Sohn einer Handwerkerfamilie  im Ammerland geboren. Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Schlosserlehre bei der Bundesbahn, wo er anschließend als Lokomotivführer arbeitete.

Seit den frühen 70er Jahren vertiefte er seine Leidenschaft der Malerei. Er präsentierte seine Werke in zahlreichen Gemeinschafts- und Einzelausstellungen im nordwestlichen Raum und ist seit Januar 2009 Mitglied im Bund Bildender Künstler (BBK).